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Depressive Störungen

In allen Kulturen wird seit Beginn der schriftlichen Aufzeichnungen über depressive Störungen berichtet.

Trotz aller unterschiedlicher Formen depressiver Störungen gibt es einheitliche Grundsymptome:

die negative Verschiebung der Stimmungslage, die Veränderung des Denkens (Selbstzweifel und Grübeln), die Verminderung der Motorik (Antriebsminderung) und die Minderung psychomotorischer Äußerungen (Mimik, Gestik, u.a.) in Verbindung mit körperlichen Symptomen wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Erschöpfungsgefühl.

Im Mittelpunkt steht also eine Minderung der bio-psychischen Funktion, entsprechend besteht sozial der "depressive Rückzug" des Erkrankten.
 
Grundsätzlich sind zu unterscheiden:

somatogene Depressionen

organische od. symptomatische Depression bei körperlichen Erkrankungen, z.B. Schädelhirntrauma od. Schilddrüsenstörungen, depressive Verstimmungen als Ausdruck eines organischen Krankheitsprozesses

endogene (psychische) Depressionen

depressive Zustände, in denen der Kranke verändert, ja "als wahnsinnig" erlebt wird

psychogene Depressionen

reaktive und neurotische Depressionen, depressive Zustände als Reaktion auf schwere Lebensbelastung

depressive Persönlichkeit

eine lebenslange niedergedrückte Stimmung

Kriterien zur Beschreibung und Abgrenzung depressiver Zustände sind:

  • Schweregrad (leicht bis psychotisch)
  • Verlauf (kurzfristig bis chronisch)
  • Umweltabhängigkeit (reaktiv versus endogen)
  • Symptomatik (agitiert versus gehemmt, unipolar versus bipolar)

Die ICD-10 gliedert affektive Störungen nur gemäß Schwere und Dauer:

F30 manische Episode
F31 bipolare affektive Störung
F32 depressive Episode

leicht-mittelgradig-schwer; mit und ohne psychotische Symptome

F33 rezidivierende depressive Störung
F34 chronische depressive Störung

Zyklothymia
Dysthymia

F43.2 Depressive Anpassungsstörung

Bei allen Formen depressiver Verstimmungen (nicht zuletzt auch bei depressiven (reaktiven) Anpassungsstörungen im Rahmen körperlicher Erkrankungen) kann es zur Suizidgefährdung des Patienten kommen.

Univ. Klinik für Medizinische Psychologie, Anichstrasse 35, A-6020 Innsbruck
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